Licht und Gesundheit – was wir darüber wissen und was nicht,
Völker, Stephan; Sönnichsen, Kolja; Rothert, Inga – Fachgebiet Lichttechnik, Technische Universität Berlin, Deutschland 

Wer 2018 über die Light and Building lief, konnte bei vielen Ausstellern den Aufkleber „HCL-ready“ oder „Leuchte für nicht-visuelle Wirkungen“ finden. Es war schon fast ein Makel, wenn ein Produkt nicht mit diesem Slogan warb. Kritiker sprechen bereits vom Populismus in der Lichttechnik. Andererseits wurde erst 2017 ein Nobelpreis für die Entdeckungen der molekularen Kontrollmechanismen der circadianen Rhythmik verliehen. Was wissen wir über Licht und Gesundheit und was nicht? Wie verallge- meinerbar sind die Ergebnisse aus den zahlreichen Labor- und Feldexperimenten? Mit diesen Fragen wird sich der Vortrag, basierend auf Untersuchung aus dem BMBF-Verbundprojekt NiviL, beschäftigen.

Zu den Personen:
Stephan Völker: Professor für Lichttechnik TU Berlin, Leiter des Fachgebietes Lichttechnik, Fakultät für Elektrotechnik und Informatik seit  April 2008. Stipendiat der Promotionsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung (1993/94)  Helwig-Preis der lichttechnischen Gesellschaft für die Dissertationsschrift (2000) Deutschen Verkehrssicherheitspreis (Verleihung durch Verkehrsminister Tiefensee) für die Habilitationsschrift (2006)

Inga Rothert: Inga Rothert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim OUT e.V. und beschäftigt sich aktuell im Forschungsprojekt „Flicker meter“ intensiv mit Flicker, Stroboskopeffekten und deren Messung. Sie promovierte 2019 am Fachgebiet Lichttechnik zum  Thema Nicht-visuelle Lichtwirkungen insbesondere dem Zusammenhang zwischen Licht und Aufmerksamkeit. Am Fach gebiet Lichttechnik arbeite sie vier Jahre lang am zugehörigen interdisziplinären Projekt „NiviL“ und übernahm schließlich  die Projektleitung.

Licht Gestaltung für demente Menschen, Matthias Boeser, Birgit Bierbaum, Uwe Knappschneider

Kurzbeschreibung: Der Vortrag behandelt die Anforderungen an Beleuchtung für ältere und demente Menschen und berichtet in zwei Projektbeispielen über Potenziale und Randbedingungen des Einsatzes circadianer Beleuchtungssysteme.
Im Forschungsprojekt SILVERlighting wurden in mehreren Entwicklungsschritten Beleuchtungslösungen und –systeme entwickelt, die den Schlaf-Wach-Rhythmus (zirkadianen Rhythmus) unterstützen. Das Vorhaben hat die Wirkung einer angepassten Beleuchtung auf die mit der Demenz einhergehenden Symptome untersucht.
Im Projekt PETRA – Konzeption eines digitalen Patientenzimmers – wurden Beleuchtungslösungen für 5 Pilotzimmer in 5 verschiedenen Kliniken realisiert und mit weiteren Maßnahmen verknüpft. In den unterschiedlichen Fachbereichen werden die Zimmer für Patienten mit der Begleitdiagnose „Demenz“ vorgehalten.

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