Bedürfnisorientierte Raumgestaltung, Alexandra Abel, Bauhaus Universität Weimar

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, vielleicht in einer Zeit der Neuorientierung, wenn wir die Zeichen der Zeit richtig deuten und auf sie reagieren. Kriege, Krisenherde, Pandemien, die Klimaveränderung und ihre Folgen, die extremen Ungleichheiten bei der Verteilung ökologischer und ökonomischer Ressourcen, der Anstieg psychischer und psychosomatische Erkrankungen.
Eine Neuorientierung, eine Zeitenwende erfordert eine neue Zielgröße, eine neue Richtung, zum Beispiel die konsequente Orientierung jeder Entscheidung an den Grundbedürfnissen des Menschen – und des gesamten Ökosystems. Denn dass diese getrennt voneinander gedacht werden können, ist eine Illusion. 90 Prozent unserer Zeit verbringen wir, so Evans und McCoy (1998) in umbauten Räumen. Und dennoch ist unser menschliches Wohlbefinden unauflöslich mit der Natur verbunden. Sie heilt uns, sogar durch ein Fenster (Ulrich, 1984). Sie tut uns gut. Sie uns besser als wir ihr. Und wenn wir sie zerstören, zerstören wir uns ebenfalls. Sonnenschein, Wärme, grüne und blaue Orte (green and blue spaces), Spazierengehen, im Garten Arbeiten – man kann den Einfluss dieser Faktoren auf unser Glücksempfinden messen (siehe hierzu das Kapitel How Environmental Quality Affects Our Happiness von Krekel & MacKerron im World Happiness Report 2020).
Was aber bedeutet diese Erkenntnis für die Zukunft der Raumgestaltung?

Pflanzliches Grün im Außenraum – Waldbaden – Shinrin Yoku, Prof. Dr. Robert Horres (Asien-Orient-Institut Abteilung für Japanologie Uni Tübingen)

Das Abstract zum Beitrag von Prof. Dr. Robert Horres finden Sie hier in Kürze vor!

Das Curriculum Vitae von Prof. Dr. Horres finden Sie hier.

Psychologie der Architektur – Ein Zimmer für Dolf, Andrea Möhn architects, Rotterdam Niederlande, mental disabilities

Fast 25 Jahre lang lebte ein Bewohner mit Verhaltensproblematik in einer Behinderteneinrichtung in einem kahlen, nur auf das Nötigste reduzierten Zimmer, versehen mit schweren Metallmöbeln und weißer Wandvertäfelung aus Kunststoff, um den Aggressionen Widerstand zu bieten. Die maßgeschneiderte Umgestaltung seines Raums hatte einen enormen Effekt auf das Verhalten und führte zu neuen Erkenntnissen in Bezug auf die Gestaltung der gebauten Umgebung für Menschen mit psychischen Problemen.