Klaus Palm mit Tochter Meike (links) und Erika Richter (rechts) am 7. November 2021.
Dieses Bild ist aus einer kleinen fröhlichen Videosequenz.

Klaus Palm wuchs in Berlin auf. Er erlebte 1945 das Kriegsende als Flakhelfer. Seine Ausbildung zum Malermeister war die Grundlage für seine folgenden Tätigkeiten im Bereich Farbe.

Als Hochschullehrer an der Hochschule der Künste (HDK) in Berlin hat er im Bereich Farbe und Technik gelehrt. Als Hochschullehrer an der Technischen Universität Berlin (TUB) hat er Vorlesungen über Farbe und Raumgestaltung gehalten und Studenten in seinem TUB-Farbstudio ausgebildet. Viele Farbfachschullehrer, zum Beispiel des Berliner Oberstufenzentrums, haben so eine Fachausbildung erhalten.

Im Jahre 1975 wurde Klaus Palm als erster Vorsitzender des Deutschen Farbenzentrums e.V. (DFZ) in Ludwigsburg gewählt. Eine Veröffentlichung zum 50-jährigen Bestehen des DFZ beschreibt insbesondere die Ziele des DFZ und die Aktivitäten von Klaus Palm in den Jahren 1975 bis 2002 als Vorsitzender des Deutschen Farbenzentrums für den Bereich Farbgestaltung.

Zum Erfolg der jährlichen Tagungen FARBINFO des Deutschen Farbenzentrums, zum Beispiel 1995 mit 500 Teilnehmern an der TU Berlin, haben vor der Digitalisierung auch die Familien beigetragen.Oft wurden Briefeinladungen an 5000 Adressen verschickt. Tagungsorte waren auch in der Schweiz, Holland und Österreich. Diese Anforderungen und die Wünsche der bis zu 30 Referenten einer Tagung hat Klaus Palm immer fröhlich und geschickt organisiert.

Ab 2002 wurde das Deutsche Farbenzentrum von den Professoren Karl Schawelka und Hans Irtel, sowie anschließend von Axel Buether und Johannes Grebe-Ellis geleitet. Klaus Palm hat in dieser Zeit viele DFZ-Tagungen durch seine Teilnahme und Beiträge bereichert, zum Beispiel 2018 an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim.

Klaus Palm hat als Herausgeber der Wulf-Farbwarenkunde, ISBN-Nummer 3677760853X von 1999 mit 571 Seiten und der Kleinen Farbwarenkunde, Standardwerke in diesem Bereich verfasst, die bis 1999 in 9 Auflagen erschienen sind. Beide Werke wurden vom Hirzel Verlag nicht fortgeführt und sind daher nur antiquarisch zu erwerben. Jede Ausgabe hat sich als verständliches Nachschlagewerk und Handbuch für den Praktiker und Gutachter als auch als kompetentes Lehrbuch für Dozenten und Auszubildende bewährt und einen Namen gemacht.

Aus dem weiten Inhalt: Allgemeine Grundlagen, Oberflächentechnologie und -behandlung, Sachwerterhaltung, Bau- und Beschichtungsmittel, chemische und physikalische Grundbegriffe, Berufsbild Maler und Lackierer: Tätigkeiten, Kenntnisse, Fertigkeiten, Anforderungen der Meisterprüfung Farbe als Gestaltungsmittel und Werkstoff Einteilung, Eigenschaften und Verwendung der Pigmente, Blattmetalle, Bindemittel, Lackrohstoffe,Löse- und Verdünnungsmittel, Zusatzstoffe (Additive), Hilfsmittel Beschichtungsmittel. Weitere Themen: Wärmedämmung, Betoninstandsetzung, Bauten- und Denkmalschutz, Fußbodenbeläge, Tapeten, Anti-Graffiti-Werkstoffe. Malmaterialien und Werkzeuge: Beschreibungen und Einsatzgebiete, Sachverständiger im Maler- und Lackiererhandwerk, Arbeitsschutz/Unfallverhütung, Hinweise auf weiterführende und aktuelle Fachliteratur (DIN-Normen, BFS-Merkblätter), Zielgruppe: Malerei- und Lackierbetriebe und entsprechende Fachgeschäfte – Architekten – Sachverständige im Maler- und Lackiererhandwerk – Berufsschul- und Fachlehrer sowie Fachdozenten an Oberschulen – Bauämter, Detailangaben zum Buch.

Seine vielfältigen Kenntnisse hat Klaus Palm im Bereich Farbe als Fachredakteur der Zeitschrift Farbe + Design in Schwabenmuster Verlag (51 Ausgaben zwischen 1975 bis 2002) im Bereich Farbgestaltung eingesetzt. Kenntnisse aus dem Bereich Farbtechnik wurden vom Fachredakteur Klaus Richter bearbeitet und verbreitet. Die Zeitschrift Farbe + Design wurde 2002 mit Artikeln zu Farbe – Material – Struktur – Oberfläche eingestellt. Viele Inhalte für die Farbgestaltung und die technische Anwendung sind auch heute noch aktuell und digital verfügbar.

Mehr als 20 Jahre hat Klaus Palm seine Farbkenntnisse auch als Fachredakteur der Zeitschrift Mappe eingesetzt. Diese Zeitschrift erscheint weiterhin monatlich. Die Mappe ist ein Magazin für Unternehmer und Führungskräfte im professionellen Malerhandwerk.

Klaus Palm hat durch seine besonderen Kenntnisse im interdisziplinären Bereich Farbe zu einer nachhaltigen Anwendung von Farbe in Gestaltung, Kunst und Technik beigetragen. Er hat Meilensteine in diesem Bereich für die Ausbildung und Anwendung gesetzt. Unser Dank gilt besonders für seinen Einsatz in diesem Bereich der Farbe.

Er verstarb leider am 21. 9. 2022 im Alter von 90 Jahren. Wir sind traurig und werden Klaus Palm sehr vermissen. Ich bin dankbar, dass ich viele Jahre mit Klaus Palm arbeiten durfte.

Klaus Richter, Ehrenvorsitzender des Deutschen Farbenzentrums