Seit 26. Mai 2014 ist im Studio der Sammlung Farbenlehre an der Technischen Universität Dresden die Ausstellung ‚Farbe aus Bewegung‘ zu sehen. Sie vereint Objekte aus dem Bestand der jungen Lehr- und Forschungssammlung mit Leihgaben aus wissenschaftlichen Archiven und Privatsammlungen Deutschlands und der Schweiz. Das Anliegen, die Geschichte des experimentellen, gestalterischen und didaktischen
Umgangs mit Farbkreiseln in einem historischen Exkurs exemplarisch sichtbar zu machen, wurde mithilfe historischer Originale und Nachbildungen (Goethe, Fechner, Maxwell, Brücke, Helmholtz, Mach, Burckhardt, Benham, Milton-Bradley, Munsell, Ostwald, Prase) sowie neuartiger didaktischer Kreisel (Fredriksen, Hofer, Bendin) umgesetzt. Bei der an rotierenden Scheiben auftretenden additiv-anteiligen optischen Mischung sind für den Besucher besondere visuelle Phänomene erlebbar wie die Erscheinungsweise der ‚freien‘ Farbe oder ’subjektive‘ Farben, d. h. Farberscheinungen, die aus Bewegung resultieren und auf  kontrasterzeugende neuronale Erregungs- und Hemmungsvorgänge in den rezeptiven Feldern der Netzhaut basieren (laterale Inhibition). Kreiselscheiben werden nicht nur für experimentelle und didaktische Zwecke genutzt, sondern dienen bis heute auch der farbmetrischen Bestimmung von Instrumenten zur Farbgestaltung, z.B. zur Eichung von Farbkarten, Farbkörpern, Farborgeln oder -klaviaturen (Ostwald, Adam, Zeugner, Weder, Jaensch).
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